Kreativität

ist ein Potential, dass in allen von uns schlummert.

Es ist Ausdruck und Teil allen Lebens als solches. Es ist notwendig, damit Leben „leben“ kann - sein kann, was es ist.

Leben ist Veränderung, stetige Abfolge von Neuentstehen und Vergehen. Kein Moment ist exakt gleich zu einem vorangegangenen. Das fällt uns oft nicht auf. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Unser Geist funktioniert in einer Weise, die versucht uns Beständigkeit vorzugaukeln. Das hat seine Berechtigung. Es spart im Alltag Energie und schenkt ein Gefühl von Stabilität.

Schwierig wird es, wenn sich die Vergänglichkeit dann mal lauter zu Wort meldet. Gewohnte Umstände, die sich plötzlich oder schleichend verändern, sei es ganz unmittelbar durch Erkrankungen, Alterseinschränkungen, Verlusterfahrungen oder aber auch Veränderungen auf beruflicher, politischer oder wetterklimatischer Ebene.

Gemein ist all diesen Situationen, dass wir uns anpassen müssen, im wahrsten Sinne „kreativ“ werden und geistig flexibel sein müssen.

Kreativität ist gleichzeitig ein zartes Pflänzchen.

Und das nicht nur im Angesicht abnehmender Aufmerksamkeitsspannen durch schnell getaktete Social Media-Inhalte und einer Zeit, wo künstliche Intelligenz dabei ist uns immer mehr geistige und kreative Herausforderungen abzunehmen. 

Wenn Kreativität nicht auf „artgerechte“ Weise genährt und bewusst eingesetzt wird verkümmert sie schnell und kommt in unserem oft ziel- und leistungsorientierten Alltag unter die Räder.

Je regelmäßiger und ungezwungener wir unserem kreativen Potenzial und der damit verbundenen Intuition Raum geben, umso eher steht es uns auch in schwierigen Umständen und Herausforderungen als segensreiches Werkzeug zur Verfügung. Das ist „Lebenskunst“. Kein Hexenwerk, sondern in allen von uns angelegt.

Kreativität und künstlerische Aktivität, auch im Musizieren, Tanzen, Schreiben oder Körperkunst-/arbeit kann uns helfen geschickter mit unseren Gedanken und Emotionen umzugehen und sie als kraftvolle Energiequelle zu nutzen. Und uns dabei selbst besser kennen zu lernen.

Viele von uns haben den Zugang zur vollen Bandbreite und Tiefe unserer menschlichen Gefühle und intuitiven Empfänglichkeit verloren, bzw. er wurde uns von Kindesbeinen an zunehmend „aberzogen“. Eine Art zu sein, die oft mit einem falschen Verständnis von Erwachsen-Sein einhergeht.

Eine gesunde Emotionsregulation ist nicht das Gleiche wie „vernünftig sein“ im Sinne von ernst, freudlos, steif, unbeweglich…

Emotionen sind letzlich nichts anderes als Energie in Bewegung, dynamische Lebenskraft.

Es kostet uns deshalb viel Kraft und Lebensenergie oder mündet in zerstörerische Ventilmechanismen, wenn wir diese Energien nicht „auf die Straße“ bringen können und nutzbar machen für konstruktive Aktivitäten, die uns und anderen dienen.

Häufig sind wir in einem inneren Energie-Krieg gefangen, der uns meist gar nicht richtig bewusst ist. Wir fühlen uns vielleicht irgendwie leer oder unentschlossen, überfordert, reizbar, unruhig, schlafen schlecht. Mögliche Hinweise, dass emotionale Energien in verschiedene Richtungen ziehen oder eben unterdrückt sind, nicht natürlich fließen können. Dann macht es Sinn das Ganze klarer zu bekommen und zu befrieden, ggf. mit vertrauenswürdiger Unterstützung.

Kreativität bzw. künstlerische Betätigung jeglicher Art sind eine Möglichkeit wieder mehr Zugang zu bekommen zu dieser bunten, emotionalen, bildlichen Welt. Und das auf sehr spielerische Weise, die gleichzeitig eine Tiefgründigkeit und Komplexität bietet, die mit Worten allein oft nicht erreichbar ist.

Sie kann ein fruchtbares Ventil schaffen, einen Raum für Ausdruck und Erleichterung, Selbstvertrauen und größere Verbundenheit mit uns selbst und anderen.

Unsere Lebenskraft steht uns dann spürbar mehr zur Verfügung, in Form von Lebensfreude, besserer Gesundheit und allgemeiner Flexibilität und Widerstandskraft im Angesicht alltäglicher Herausforderungen. 

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